Manifest “Alea jacta est” des Fürsten von Belfort

Ein Gespenst geht um in der Schweiz. Es ist das Gespenst der verödeten, menschenleeren Bergregionen, die den Launen von Wind und Wetter sowie wilden Tieren und von Kobolden, Wichtelmännern und anderen Dämonen ausgesetzt sind.

Wir stellen fest, dass es die Menschen in den Metropolitanregionen sind, die diesen Spuk verursachen, beanspruchen sie (oder ihre Minister, die längst vergessen haben, dass Minister Diener heisst) doch für sich, nur sie allein könnten im internationalen Standortwettbewerb erfolgreich sein. Sie zweifeln die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit von Randregionen an und sprechen den Leuten in Bergtälern und abgelegenen Landstrichen ihr Existenzrecht ab. Das  aber ist töricht und ein tolldreister Bruch mit den guteidgenössischen Traditionen der Solidarität, Freundschaft und Verbundenheit: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern und Schwestern, in keiner Not uns trennen und Gefahr.“

Den beschlossenen Rückzug des schweizerischen Bundesstaates aus den peripheren Regionen des Landes, diesen unsäglichen Wort- und Treuebruch nach 159 Jahren eidgenössischer Willensnation, beantworten die Leute im Albulatal entschlossen mit der Ausrufung des Fürstentum Belfort.

Hört, hört, hört! Der Fürst von Belfort ist davon überzeugt, dass

  1. sich die Kluft zwischen reich und arm nicht weiter vergrössern darf, will man soziale Unrast, Rebellion und Wirren verhindern

  2. die im Fürstentum lebenden Menschen einen Anspruch darauf haben auf ein sicheres Auskommen und ein Leben in Würde und Frieden

  3. diese Menschen willens und fähig sind, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen und mit Phantasie und hoher Innovationsgabe dem Tal neue Impulse und Energien zu verleihen

  4. diese Impulse von der urbanen Bevölkerung dankbar entgegen genommen werden müssten hinsichtlich der Schaffung gesunder Lebens- und Erholungsräume und einer angesichts des Klimawandels erst recht erforderlichen Pflege der Landschaft und des Bergwaldes sowie auch und vor allem der Produktion von gesunden und frischen Lebensmitteln

  5. diese Entwicklung eine in jeder Hinsicht beeindruckende vielfältige Kultur mit grossem Selbstbewusstsein hervorbringen wird

  6. sauberes Wasser, reine Luft und erneuerbare Energien ein überaus wertvolles gesellschaftliches Gut nicht nur im Alpenraum sind

  7. Lebensqualität und soziale Sicherheit auf Gemeinschaftssinn von  Stadt und Land, Berg und Tal baut.

Der Fürst von Belfort gibt zu bedenken, dass “ein Fürst milde, rechtschaffen, menschlich, aufrichtig und gottesfürchtig zu sein hat, aber auch in der Lage sein muss, im Notfall auch das Gegenteil zu tun. (Machiavelli).

Der Fürst von Belfort ruft abschliessend zur Besinnung auf: „Nicht alles was von Avenir Suisse gezählt werden kann, besitzt auch einen Wert. Und nicht alles, was einen Wert hat, kann von Avenir Suisse auch gezählt werden.“

Der Fürst nimmt zu Kenntnis, dass sich die Menschen auf dem Gemeindegebiet von Alvaneu verpflichtet haben, keinen Fürsten (Herzog oder Vogt) zu anerkennen, wenn dieser sein Amt mit Geld erkauft hat.

Gegeben in Alvaneu am 15. März 2007